Oldtimer-Ausfahrt


Oldtimer-Ausfahrt präsentiert Raritäten

Chrom glitzerte am Samstagmorgen in der Frühlingssonne vor Frenkings Tenne, Motoren tuckerten und blubberten. Die Organisatoren des ACA-Ascheberg hatten wieder zur Oldtimer-Ausfahrt eingeladen. Mit unterschiedlichen Gefährten wurde den Zuschauern viel geboten.

Der Parkplatz und die Wiese stand voll mit Raritäten. Die Gäste bestaunten die teilweise museumsreifen Stücke vor, nach und während der Ausfahrt. Das älteste Modell war das Motorrad Tornax SV 600 (Baujahr 1934) von Horst Rüschenschmidt. Michael und Marcel Klohn fahren jedes Jahr bei der Ascheberger Ausfahrt mit. Dieses Mal hatten sie einen ostdeutsches Motorrad MZ ES 250/1 von 1963 auf Hochglanz poliert. „Die Maschine haben wir seit August generalüberholt und vor ein paar Tagen erst angemeldet“, sagt Michael mit Blick auf sein 16 PS starkes Gefährt.
Ebenfalls ein Premierenfahrzeug und ein absoluter Hingucker war das quietschgelbe Schweizer Postauto, Marke VW 147 Fridolin, aus dem Jahr 1967 mit 44 PS. Drei Jahre lang hat Gerd Menneken aus Selm an der Restaurierung gearbeitet, bis das Schmuckstück in neuem Glanz erstahlt. „Von den Schweizer Postamt-Autos wurden nur 1 000 Stück hergestellt“, berichtet er. Tatsächlich gäbe es noch maximal zehn Gefährte. Dem kleinen Emil konnte sein Vater an diesem Vormittag keine größere Freude machen, als ihm die verschiedensten Traktoren zu zeigen. Dass er bei einem Probesitzen auch die Hupe betätigen durfte, ließ den Jungen übers ganze Gesicht strahlen.
Viele Besucher schwelgten in Erinnerungen als sie die Oldies anschauten. „So einen hatte ich in den 1970er-Jahren“, erklärte Jochen Bursian aus Herbern beim Blick auf einen weißen 911er-Porsche. Pünktlich zur Mittagzeit erwachten die Motoren zum Leben. Auf dem Gelände hörte man die unterschiedlichsten Geräusche, als Olaf Mersmann die Autos vorstellte und die Ausfahrt durch Südkirchen, Cappenberg, Werne, Davert, Amelsbüren und Osterbauer freigab. Jens Breyer und Jennifer Mentel wurden in ihrem Morgan +8 Gesamtsieger der ACA-Oldtimer-Ausfahrt.

Quelle: Westfälischer Anzeiger / wa.de vom 25.04.2017 (Text: Isabel Schütte)



Oldtimer bezaubern mit nostalgischem Charme: Alte Liebe rostet nicht

61 alte Schätzchen gingen bei der Oldtimer-Ausfahrt des AC Ascheberg an den Start. Die auf Hochglanz polierten Autos, Motorräder und Traktoren bezauberten nicht nur eingefleischte Fans durch ihren nostalgischen Charme.

Die rote Außenhaut ist auf Hochglanz poliert. Das Verdeck trotz der Kälte geöffnet. Auf der Motorhaube thront eine Blondine. Logisch, dass der Triumph TR7 am Samstagmorgen bei der 22. ACA-Oldtimerausfahrt viele Blicke auf sich zog. Das 107 PS-starke Cabriolet von Erhard Kutschmann ist gerade erst wieder aus Hamburg zurück. „Von Dreharbeiten zu einem Film“, erklärt sein Besitzer nicht ohne Stolz. Seine Leidenschaft gilt seinen Oldtimern. Sechs Stück davon parken in seiner Garage. Und sie alle eint eines: Ihr Besitzer hat bei jedem einzelnen von ihnen Hand angelegt und sie liebevoll restauriert. Und nicht nur sein Triumph Cabriolet hat durch Film und Fernsehen mittlerweile Bekanntheitsgrad erlangt. „Der Ford Capri war beispielsweise bei Bauer sucht Frau zu sehen. Und auch bei Cobra 11 waren wir schon vertreten.“
Doch nicht nur Kutschmanns Fahrzeuge sind weit rumgekommen. Der gelbe VW Fridolin Typ 147 von Gerd Menneken hat zwar nicht beim Film Furore gemacht, gilt allerdings trotzdem als echte Rarität. Denn von ihm waren gerade einmal 1000 Stück unterwegs. „Als Postauto in der Schweiz“, erklärt Menneken und weist auf das rote Schweizer Wappen, das die gelbe Motorhaube ziert. 6000 Fahrzeuge davon hat die Deutsche Post im Einsatz gehabt. „Von diesem hier jedoch, gibt es heute keine zehn Stück mehr.“ Westhighland-Hündin Jule ist das ziemlich egal. Dort wo früher die Briefe lagerten, hat sie sich nun ihren Platz erobert, um mit Herrchen auf Ausfahrt zu gehen.
„Alleine diese Geschichten zu hören oder zu lesen, mein Gott, das ist faszinierend“, befindet eine Besucherin und nimmt eine BMW Isetta 250 näher in Augenschein. Die alten Schätzchen begeistern. Am Samstag haben sie die Herzen der Besucher auf dem Platz bei der Gaststätte Frenking vielfach höher schlagen lassen. Echte Luxuskarossen, flotte Enten, hippe Zweiräder, darunter mit der Tornax SV 600, BJ 1934, von Horst Rüschenschmidt eine Rarität und zugleich das älteste Motorrad der Veranstaltung. Jung und Alt sind hingerissen.
Der kleine Emil, hat nur Augen für die Trecker-Raritäten. Zwei stechen heraus. Beide der Marke Lanz Bulldog, beide Baujahr 1952. Der eine von Walter Sobbe, der andere von Ulrich Westhoff. Und die teilten sich bei der Siegerehrung in der Kategorie ältester Trecker den ersten Platz. Der kleine Tom hat unter all den Fahrzeugen seinen Liebling erkoren. Einen roten VW Käfer, der es abends sogar aufs Siegerpodest schafft. Denn seine Fahrerin Waltraud Tieskötter und Beifahrerin Meika Binding werden bei der Siegerehrung als beste Damen gekürt.
Doch dafür mussten sie auch einiges tun, denn die Ausfahrt war gespickt mit Geschicklichkeitsprüfungen und so mancher lustigen Aufgabe, die die Teilnahme für die insgesamt 61 Starter mehr als unterhaltsam machten. Jens Breyer und Jennifer Mentel meisterten in ihrem Morgan +8 all das mit Bravour und wurden als Gesamtsieger der 22. ACA-Oldtimerausfahrt gefeiert. Erhard Kutschmann hingegen hat die Ausfahrt in seinem Triumph TR7 Cabriolet nur genossen. Mit einer blonden Puppe auf dem Beifahrersitz, offenem Verdeck und ganz ohne Filmkamera.

Quelle: Westfälische Nachrichten / wn.de vom 24.04.2017 (Text: Tina Nitsche)