Turniersport


Der Anfang wurde mit den Geschicklichkeitsturnieren gemacht.
Am 24.09.1971 fand das erste Turnier auf dem Schulhof der Grundschule im Rahmen der Dorfolympiade statt. Der damalige Gesamtsieger hieß Franz Josef Mühlenbeck. Die Grundschule sollte in den siebziger Jahren der ständige Austragungsort der Geschicklichkeitsturniere sein. Jeweils zweimal pro Jahr wurde anfangs um Punkte und Pokale gefahren. Obwohl diese Veranstaltungen nicht nur für ACA-Mitglieder gedacht waren, gelang es leider nicht, die Ascheberger Bevölkerung zur Teilnahme zu bewegen. Nur äußerst selten kam es vor, daß ein Nicht-ACA-Mitglied sich auf den Parcours traute. Selbst ein extra organisiertes Turnier "Dorfmeisterschaft" konnte lediglich zwei Nicht-ACA Mitglieder bewegen, ihre Fahrkünste unter Beweis zu stellen.
Ehrgeiz war allemal gefragt. Wer erinnert sich noch an das Turnier, auf dem Detlef Schlüter schon in der Dämmerung seine Erfahrungen aus vielen Turnieren auf den Parcours brachte. Praktisch beim letzten Start zeigte er allen seine Fahrkünste und holte sich in der sprichwörtlich letzten Sekunde noch den Gesamtsieg.
Immerhin haben über die Jahre 15 - 20 Aktive diesen Sport gefördert, sei es nun auf eigenen Turnieren oder als Starter bei den auswärtigen Vereinen. Keine Rarität war es, wenn unsere Truppe, angeführt von Helmut Richter, Günther und Uli Heidemann, Rudi Gröning, Josef Schwipp, K.-H. Gröning, Detlef Schlüter, z.B. oftmals den Gesamtsieger stellten, bei Mannschaftswettbewerben erfolgreich waren und darüber hinaus so manchen eigenen Pokal nach Hause brachten.
Auch mit einem umfangreichen Rahmenprogramm wie Kinderbelustigung, Nagelbrett, Automobilausstellung, Getränke- und Essenstand konnte keine Begeisterung bei der Ascheberger Bevölkerung für die Teilnahme an diesen Turnieren geweckt werden.
Aus den eigenen und aus den Reihen der benachbarten Clubs dagegen war anfangs die Beteiligung sehr gut. So wurden diese PKW-Turniere ursprünglich am Samstag und Sonntag durchgeführt und 200 Starts waren keine Seltenheit. Manche werden sich noch an die "Nachtwache" erinnern, denn der Parcours konnte ja nicht abgebaut werden. Eine sicherlich undankbare aber erforderliche Maßnahme.
Auch kleinere Pannen gab es natürlich. Unser ehemaliges ACA-Mitglied Walter Wohl aus Werne wollte z.B. mit einem getunten Manta zeigen, was denn mit so einem Fahrzeug alles machbar ist und fand sich in der Pausenhalle der Schule wieder.
Der so entstandene Durchbruch wurde anschließend von Schreinermeister Heubrock mit Spanplatten provisorisch abgedichtet. Seitdem befindet sich hier ein doppelter Eingang, der nach Aussage von Schulleiter Goß schon in Planung war und dadurch natürlich schneller realisiert wurde. Das war auch der einzige wirklich größere Schaden, der auf einem Turnier des AC Ascheberg in seiner langjährigen Geschichte entstanden ist. Dieses zeigt deutlich, daß Motorsport, wenn er diszi­pliniert durchgeführt wird, nicht zwingend zu Unfällen führt.

Nicht nur PKW-Turniere, sondern auch LKW-Geschicklichkeitsturniere wurden im Programm aufgenommen. Das erste Turnier wurde auf dem Betriebsgelände der internationalen Spedition Weilke in Greven ausgetragen, da ein passendes Gelände hierfür in Ascheberg nicht vorhanden war.
Ein weiterer Grund war auch, daß die Durchführung von solchen Turnieren ohne die Zusammenarbeit mit der DB-Vertretung BERESA in Münster kaum möglich gewesen wäre.
Vermittler zwischen der Firma Weilke und BERESA war unser damaliger Kassenwart Gerd Schäckermann.
Seine Verbindungen zu verschiedenen Firmen sorgten letztendlich dafür, daß diese Turniere überhaupt veranstaltet werden konnten und auch wirtschaftlich sehr erfolgreich waren.
Bestandteil der LKW-Geschicklichkeitsturniere war eine parallel dazu organisierte Aufbauhersteller-Ausstellung. Hier zeigten verschiedene Firmen, mit welchen Aufbauten sie aufwarten konnten.
Der Erfolg dieser Turniere war enorm. Die Starterzahlen lagen immer deutlich über 200. Die Durchführung eines Turniers, soweit von Ascheberg entfernt, bedurfte schon einer besonders straffen Organisation, mussten doch alle Turniereinrichtungen herbei geschafft werden. So mußten Turnierfahrzeuge teilweise durch unsere Mitglieder, wie Heinz-Bernhard Roberg, Ludger Wiedenhorst, Paul Spleiter und Heinz Heubrock, vom Daimler-Benz-Hauptwerk in Stuttgart abgeholt werden.
Für den Beobachter war es faszinierend zu sehen, wie die LKW-Fahrer mit ihren Fahrzeugen umgingen. Die bis zu 18 m langen Riesen wurden kunstvoll Zentimeter genau rangiert. Einparken in eine Parklücke, Duchfahrthöhe schätzen, genaues Halten auf einem Bremspunkt usw. waren nur einige der schwierigen Übungen.
Nahmen bei den PKW-Turnieren überwiegend nur ACA-Mitglieder teil, so starteten bei den LKW-Turnieren dagegen überwiegend Nichtmitglieder.
Bei jeder Nennung war die Startnummer gleichzeitig auch eine Losnummer, so daß viele Starter sich neben Pokalen für die Platzierten auch über die gewonnenen Sachpreise freuen konnten.
Greven war von 1974 bis einschließlich 1976 Austragungsort der LKW-Turniere. Im darauf folgenden Jahr wurde diese Veranstaltung, anläßlich der Neueröffnung einer Filiale der BERESA in Warendorf, auf das dortige Betriebsgelände verlegt. Es war gleichzeitig das letzte Turnier in Zusammenarbeit mit der BERESA.
Durch den beruflichen Wechsel von Gerd Schäckermann nach Lüdenscheid, kam es zu einem weiteren Turnier auf dem Betriebsgelände der Firma Linnepe in Plettenberg, immerhin rd. 100 km von Ascheberg entfernt. Da dieses Turnier an 2 Tagen (samstags und sonntags) stattfand, wurde ein komplettes Hotel in Plettenberg für die Nacht von Samstag auf Sonntag für die ACA-Mannschaft gemietet.
Die Erinnerung hieran ist geblieben. Gern sprechen die Teilnehmer heute noch über die besondere Atmosphäre und das gemütliche Beisammensein, bis die Stunde schlug.
Bundeswehrmäßig wurde morgens mit Trillerpfeife geweckt, um nach einem kräftigen Frühstück die Arbeit wiederaufzunehmen.
Trotz der großen Erfolge dieser Veranstaltungen war es das letzte Turnier dieser Art. Durch Sparmaßnahmen bei den Sponsoren war die finanzielle Basis nicht mehr gegeben und ohne diese entsprechenden Verbindungen war eine Durchführung nicht mehr möglich.